

EEG-Preisträger 2009 |
Sechs Azubis in der Landwirtschaft, alles SchülerInnen der Edith-Stein-Berufsschule in Ravensburg, zeigen Gesicht für ihren geliebten Beruf. Als Fotomodells ließen sie sich für eine Imagekampagne bei einem Schulbesuch werben. Die Initiative der drei Landjugendverbände in Baden-Württemberg erhält den Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis und ein Preisgeld von 3000 Euro.
Auf Postkarten, Messebannern, Flyern und auf der Internetseite www.landwirt-aus-leidenschaft.de zeigen sie Flagge für ihren Lieblingsberuf. „Ich werde Landwirt, weil ich selbständig und an der frischen Luft arbeiten kann. Weil ich mit Tieren, Pflanzen, Maschinen und der Natur zu tun habe". Der Aussage von Junglandwirt Sebastian Gollmer, auf einer der Postkarten mit seinem Konterfei zu lesen, teilen viele junge Leute: Ja, Landwirt ist ein toller Job!
„Mit der Aktion wollten wir junge Azubis in ihrer Berufswahl bestärken und motivieren. Aber auch Jugendliche ohne direkten Bezug auf den vielseitigen und anspruchsvollen Landwirtsberuf aufmerksam machen", so Peter Heffner, Geschäftsführer des Bundes der Landjugend Württemberg-Hohenzollern (WüHo). Viele Jugendliche, aber auch Lehrer und Eltern wissen nicht, dass Landwirt/in ein Ausbildungsberuf ist. Diese Erfahrung machten der die drei Landjugendverbände (der Bund der Landjugend Württemberg-Hohenzollern, der Bund Badischer Landjugend und die Landjugend Württemberg-Baden) auf vielen Ausbildungsmessen und Berufsorientierungskursen. Sie entwickelten einen Alternativflyer zur offiziellen Bleiwüste, mit dem sie gern für den vielfältigen und anspruchsvollen Beruf einstehen. Auf dem neuen Infoflyer ist jugendlich flott zu lesen: „Ohne Landwirte gibt es keine Pizza, kein leckeres Eis, keinen Döner und kein Schnitzel. Dass man Geld nicht essen kann, das weiß jedes Kind. Aber wer weiß schon genau, was ein Landwirt oder eine Landwirtin tut?" Und im Netz wartet der ultimative Landwirtstest, der nach 14 Fragen eine berufliche Empfehlung gibt.
Die Arbeit läuft. Schon jetzt ist ein großes Netzwerk entstanden, zu dem nicht nur Landjugendliche gehören, sondern auch ExpertInnen, Jugendmigrationsdienste und Migrantenvereine. Das Netz wird ausgebaut und gepflegt, verspechen die BBLer. Für den Landjugendverband in Südbaden geht es weiter. „Das Jahr 2008 war lediglich unser Projektauftakt. Wir werden weiterhin an unserer Integrationsoffensive arbeiten, schließlich sind wir ja ALLE irgendwie Landjugend!", so die BBL-Vorsitzende Bettina Schnur. Neben der Etablierung interkultureller Bausteine in den Landjugend-Fortbildungen und der Netzwerkpflege wird das Landjugend-Maskottchen Ährik im nächsten Jahr durch die ganze Welt reisen und in den Herkunftsländern der neugewonnenen PartnerInnen Rast machen. Mehr dazu im Netz unter www.landjugend.de/suedbaden.